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Lesen lernen 2 – Sprache erschließen – Kommunkiationsmittel entdecken

Meine Kinder fingen zwar schon lange vor der Schulzeit an, sich mit Schrift zu beschäftigen, aber es gab keine kontinuierliche Auseinandersetzung damit. Es gab Phasen, in denen sie sich intensiv damit beschäftigten, fast den ganzen Tag Buchstaben malten o.ä., mal waren das zwei Wochen am Stück, mal mehrere Wochen, und dann gab es lange Phasen, oft Monate, in denen Schrift außer beim abendlichen Vorlesen keine Rolle spielte. Erstaunt stellte ich immer wieder fest, dass sie nach den Zwischenzeiten, in denen sie nicht „übten“, plötzlich Sachen konnten, die sie vorher noch nicht beherrscht hatten. Es schien, als ob sich im Gehirn in diesen „Ruhephasen“ einiges sortiert und gefestigt hatte.

Orthographisch richtiges Schreiben entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg. Nun könnte man einwenden, dass meine Kinder fast alle in der Schule auch den Rechtschreibunterricht mitbekommen haben. Dennoch beobachtete ich schon vor der Schule, dass sie ein Bewusstsein entwickelten, dass es jeweils eine festgelegte normgerechte Schreibweise gibt, denn es kam oft vor, dass sie nachfragten, wie ein Wort denn „richtig“ geschrieben wird. Die Erkenntnis, dass es heutzutage (im Gegensatz zur Situation vor 1876 – siehe Kasten „Normierung der Orthographie“) eine festgelegte Schreibweise gibt, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum orthographisch richtigen Schreiben. Junge Menschen wollen sich dies aneignen. Es braucht nur seine Zeit, in der sie immer wieder ihr Schriftbild mit der richtigen Schreibweise vergleichen, auch wenn dies sicher nicht in jeder Schreibsituation der Fall ist.

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